SVZ, Anzeiger für Sternberg-Brüel-Warin vom 12.11.2012

Buch mit der Sternberger Stadtkirche wird am Donnerstag vorgestellt

Sternberg Zur Sanierung der Stadtkirche in Sternberg hatte die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs die Publikation eines Buches initiiert. Darin sollte nicht nur über den historischen Bau sowie die Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen berichtet werden, sondern auch über die wechselvolle Geschichte Mecklenburgs, der Stadt Sternberg und über die Kirchengemeinde.

Der Kirchenkreis Mecklenburg und der Schelfbuch Verlag nehmen die intensive Zusammenarbeit und das Erscheinen des Buches „Die Stadtkirche St. Maria und St. Nikolaus in Sternberg“ zum Anlass, an diesem Donnerstag, 15. November, um 17 Uhr in die Winterkirche der Stadtkirche einzuladen. Die Besucher erwarten Erläuterungen und Einsichten in die von einer ganzen Reihe von Autoren verfasste neue Dokumentation mit zahlreichen historischen Abbildungen, Detailaufnahmen und Fotos. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum persönlichen Austausch, zum Bucherwerb und zur Signierung. Eine Führung durch eine der bedeutendsten Kirchen in Mecklenburg beschließt die Veranstaltung.

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SVZ Sternberg vom 17.11.2012  

Historischer Schatz in Buch verewigt

Bildband über die 700 Jahre alte Sternberger Kirche, die Geschichte der Stadt und des Landes vorgestellt

Sternberg Rund 700 Jahre alt ist die Stadtkirche St. Maria und Nikolaus in Sternberg. Ob sie in ihrem langen Dasein wohl jemals so schön ausgesehen hat wie jetzt? Gebaut, renoviert und gewerkelt wurde an ihr zu allen Zeiten, je nach Reserven im Geldsäckel. Als „eines der kleinen Wunder, die vor unseren Augen geschehen", bezeichnete Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn das, was 2010 begann und vor wenigen Monaten beendet wurde, eine Rundumsanierung dieses geschichtsträchtigen Gotteshauses von Kopf bis Fuß.

Initiiert von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche ist dieses „Wunder" nun in einem Buch dokumentiert. Pastor Siegfried Rau aus Witzin begrüßte am Donnerstag in der Winterkirche Ehrengäste und Besucher zur öffentlichen Präsentation des Bildbandes. Erschienen ist dieser im Schweriner Schelfbuchverlag. Dessen Geschäftsführer Jörn Lehmann und Maik Gleitsmann-Frohriep sowie einige der mitwirkenden Autoren gaben an diesem Abend Einblick in den Entstehungsprozess.

„In diesem Buch sollte alles dokumentiert werden, was zur Kirche gehört", so Lektorin Mercedes Peters, die die Beiträge der 15 Autoren zu koordinieren hatte. Die gute Zusammenarbeit mit Pastorin Eva Sonny-Lagies sei ihr dabei eine besondere Stütze gewesen.

Beginnend mit Beiträgen zur Geschichte des Landes, der Stadt und der Kirche, geben die Autoren in weiteren Abschnitten Einblicke in die Baugeschichte, die Arbeit der verschiedenen Gewerke bei den Sanierungsarbeiten und das Leben der Kirchgemeinde. „Es sollte kein wissenschaftliches Werk werden, sondern ein Sachbuch mit Bild und Text", betonte Heinrich Stühmeyer, ehemals Landessuperintendent des Kirchenkreises Wismar. Wundervolle Fotos ergänzen die interessanten Informationen. Jörn Lehmann, von dem die meisten Aufnahmen stammen, beantwortete ebenfalls Fragen zu seiner Arbeit. Bestechend sind sein Blick für besondere Details, die besonderen Perspektiven, das eingefangene Licht. Großformatig projiziert, wurden diese Bilder den Gästen der Veranstaltung vor Augen geführt.

Nach Überraschungen besonderer Art während des Baugeschehens befragt, wusste Bettina Sagasser, gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang Sagasser beauftragt mit Bauvorbereitung und Bauüberwachung, einiges zu berichten, zum Beispiel von drei jungen Turmfalken, die bei der Sanierung des Giebels der Sakristei in ihrem Nest entdeckt wurden, von unliebsamen Überraschungen hinsichtlich maroder Bausubstanz an Dachstuhl oder Fassade. „Aber wir hatten keinen einzigen Arbeitsunfall", konstatierte sie als bemerkenswert angesichts der Arbeiten bei Wind und Wetter, die zum Teil in schwindelerregender Höhe erfolgten. Weitere interessante Einblicke und Anblicke der umfangreichen Sanierungsarbeiten gab es bei einer abschließenden Führung mit Wolfgang Sagasser.

„Dieses Buch soll auch ein Dank an unsere Sposoren sein", würdigte Heinrich Stühmeyer noch einmal das Engagement derer, die diese umfassende Sanierung der Kirche möglich machten.

Nach der symbolischen Buchübergabe an Ulrike Diederichs, Vorsitzende des Kirchengemeinderates, überreichte diese weitere Exemplare an diejenigen, die mit dafür sorgen, dass die Kirche ein offenes Haus ist und ihre neu gewonnene Schönheit von vielen bestaunt werden kann. „Im letzten Vierteljahr hatten wir etwa 7000 Besucher", so die Kirchenratsvorsitzende. Täglich waren dafür abwechselnd neun Frauen und ein Mann im Einsatz. Hannelore Holz, Brigitte Groß, Elke Jenning, Gunna Weise, Inge Schürer, Hanni Grewe, Helga Koch, Mechthild Quade, Katinka Hamm und Hans Werner Krey sind mit dem neuen Buch für Fragen wissbegieriger Besucher nun gut gerüstet. Auch viele Besucher erwarben den Bildband gleich an Ort und Stelle. „Für Kaufinteressierte habe ich weitere Exemplare in Reserve", ließ Gunna Weise wissen.

Ursula Prütz

 

 

Schweriner Volkszeitung/Montags-Magazin vom 19.11.2012
Buchtipps

Vergessenes Kleinod in Sternberg neu entdeckt

Ein Glanzstück ist es geworden, was da in Zusammenarbeit von Mecklenburgischer Landeskirche, mehreren Autoren, verschiedenen Fotografen und Baufachleuten, nicht zuletzt der Sternberger Kirchengemeinde und dem Schelfbuch-Verlag zustande gekommen ist; ein Glanzstück über die Sternberger Kirche St. Maria und St. Nikolaus. Unter den Autoren finden sich bekannte Namen wie Hermann Beste, Horst Ende, Erhard Piersig u.a.m. Dieses Buch bietet auf 152 Seiten nicht nur instruktive Texte zur Geschichte, zur Kirchengemeinde, zur Baugeschichte und zur umfassenden Sanierung dieser Kirche, sondern auch eine ganz hervorragende fotografische Dokumentation zu diesen Sachkapiteln.
Bei der Lektüre entsteht beim Leser, unabhängig davon, ob er die Sternberger Kirche bereits aus früheren Zeiten kennt oder nicht, der Wunsch: Da möchte ich möglichst bald hin; ich möchte den sanierten Turm, die restaurierten Fenster, die wiederhergestellte Farbgebung des Innenraumes, insbesondere auch das Historiengemälde im Turm, das neue Beleuchtungskonzept selbst in Augenschein nehmen.
Vielleicht dämmert erst jetzt manchem Mecklenburg-Liebhaber, welches Kleinod der Regionalkirchengeschichte da erhalten und nun dank – glücklicher Umstände – wieder in einen guten, weitgehend originalgetreuen Zustand versetzt worden ist.

Ludwig Seyfarth

 

 

Kirchenzeitung/Nr. 47 vom 25. 11.2012

Aus den Gemeinden

„Vermächtnis der Landeskirche"

Das Buch „Die Stadtkirche St. Maria und St. Nikolaus in Sternberg" wurde vorgestellt

Ob man dieses Buch als „Vermächtnis der mecklenburgischen Landeskirche" sehen könne, fragte Pressesprecher Christian Meyer während der Präsentation vor zwei Wochen einen der Autoren, den ehemaligen Landessuperintendenten Heinrich Stühmeyer. „In gewisser Weise – ja", antwortete Stühmeyer. „Auch wenn Gemeinde weitergeht, Kirche weitergeht..." Es sei fast die letzte Amtshandlung der Landeskirche gewesen, dieses Buch über die Reformationsgedächtniskirche, die Stadtkirche St. Maria und St. Nikolaus in Sternberg, herauszugeben. „Sie merken", sagte der Pressesprecher bezugnehmend auf das Ende der Landeskirche, die seit Pfingsten ein Kirchenkreis in der großen Nordkirche ist, „es klingt auch ein bisschen Wehmut mit". „Nicht nur ein bisschen", schob Stühmeyer nach.

Aber, so betonte er, dieses Buch sei auch ein Dank an die Sponsoren, die in den letzten drei Jahren das große Unterfangen Sanierung Stadtkirche Sternberg, das über zwei Millionen Euro kostete, finanziell in umfangreichem Maße unterstützt haben und ohne die dies nicht möglich gewesen wäre. Es sei lange Zeit eine große Sorge gewesen, wie diese für eine Kleinstadt wie Sternberg mit ihren rund 660 evangelischen Christen überdimensionierte Kirche erhalten werden könne – trotz aller Fördertöpfe, die es nach 1989 gibt.

Das 152 Seiten starke Buch, das im Schweriner Schelfbuch Verlag in einer Auflage von 4 000 Exemplaren erschien, ist ein professionell gestaltetes Buch, das mit seinen künstlerisch hochwertigen Fotos (knapp 200 Abbildungen), den besonderen Perspektiven, manchmal über zwei Seiten, besticht und an dem neben dem Fotografen Jens Lehmann 15 Autoren mitgearbeitet haben. Es sei kein wissenschaftliches Buch, sagte Autor Stühmeyer, sondern ein Sachbuch, das in vier Abschnitten über Geschichte, Gemeinde, Baugeschichte und Sanierung berichtet. Auch wenn es kein WISSENschaftliches Buch sein will, so vermittelt es doch in besonderer Weise auch Wissen in kurzer Form – zum Beispiel über die Siedlungsgeschichte Mecklenburgs, über das schlimme Judenpogrom, über Fragen des Patronats, den Landtag und die Einführung der Reformation...

Denn die Kirche in Sternberg hat in Mecklenburg eine herausragende Stellung: Nicht nur, dass hier Kirche evangelisch wurde, hier kamen auch die mecklenburgischen Landtage zusammen und es wurden entscheidende Beschlüsse das ganze Land betreffend gefasst. Hier wurde das Ende der Leibeigenschaft verkündet. Aber hier wurden im 15. Jahrhundert auch Juden verfolgt und verbrannt.

Die Autoren bleiben nicht stecken in der Geschichte der Sternberger Kirche, sie stellen sie in den größeren Rahmen der Landes- und Kirchengeschichte. Es wird berichtet, an manchen Stellen auch anekdotisch, über die Baugeschehnisse und das heutige Leben der Kirchengemeinde.

7 000 Besucher kamen schon im letzten Sommer – vor der offiziellen Wiedereinweihung nach der Sanierung – in die Kirche. Die Frauen und Männer, die die Kirche in den warmen Monaten offen halten, bekamen die ersten frisch gedruckten Bücher geschenkt – liebevoll verpackt und
mit Dankesworten.

Die Sternberger Kirche ist hell, einladend – einfach großartig geworden. Nun wartet die Kirchengemeinde auf eine neue Pastorin, einen neuen Pastor. An dieser großen Kirche wird sie/er nicht bauen müssen!

Dem Schelfbuch Verlag ist ein Prachtband gelungen. Wenn man ihn ansieht, liest, bekommt man Lust, sofort in die Kirche zu gehen. Mehr zu erfahren. Zum Beispiel gleich am großen Eingangsbild von Fritz Greve: Wer sind die Menschen auf dem Bild zur Reformation? Zu wem gehören die Wappen?

Nicht nur Sternberg-Liebhabern ist dieses Buch zu empfehlen.

n Marion Wulf-Nixdorf

 

 
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